14. Januar 2009
Die Tage im Guesthouse sind sehr kurzweilig und mein Moped-Problem gerät schnell in den Hintergrund. Mit Stephan, einem Heidelberger aus Dublin gehe ich ins Museum und bestaune „Lucy“ das 3,2 Millionen Jahre alte Skelett eines aufrecht gehenden Hominid, das vor 35 Jahren hier in Äthiopien gefunden wurde. Ein weiterer Gast im Cozy-Place ist Oliver. Der Pfälzer ist Agrar-Ökonom und seit vielen Jahren als solcher in der Weltgeschichte unterwegs. Jetzt hat er sich gemeinsam mit Partnern eine Farm südlich von Addis gekauft und will ganz groß in den Fruchtsaft-Markt einsteigen. In Addis ist er zu Geschäftsterminen und um die Internetkorrespondenz zu erledigen. Da es aber seit Tagen in allen Internetcafés der Stadt immer nur heißt „No Connection“ hat er Zeit , mir bei meiner Stehbolzen-Problematik unter die Arme zu greifen.
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11. Januar 2009
Nach fünf Nächten auf dem Zeltplatz des Ghion-Hotels in Bahir Dar, bin ich wieder fit, um meine Reise durch Äthiopien fortzusetzen. Bis nach Addis sind es von hier aus noch ungefähr 550 Kilometer. Die Strecke ist bis in die Hauptstadt Äthiopiens durchgehend asphaltiert und ich will versuchen, es in zwei Tagen zu schaffen. Der Lake Tana liegt ziemlich tief auf 1.800 Metern und so geht es bald schon wieder steil in die Berge hinauf.
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8. Januar 2009
Nur wenige Kilometer hinter Shehedi beginnt der Aufstieg ins äthiopische Hochland. Schlechte Piste und steile Berge in Kombination stellen eine neue Herausforderung für die Schwalbe dar. Im Schritttempo klettere ich die Berge hoch und muss aufpassen, keine großen Steine auf der Piste zu treffen. Das würde die Schwalbe am Berg sofort zum Stehen bringen. An einem besonders steilen Stück nähere ich mich langsam einem LKW. Auf der Pritsche des Lasters stehen dicht gedrängt Menschen, und schaukeln rhythmisch im Takt der Bodenwellen. Zum überholen bin ich zu langsam und versuche mich abwechselnd links oder rechts der dichten Staubfahne des LKWs zu halten. Als mich der Fahrer im Rückspiegel entdeckt, fährt er ein bisschen zur Seite und fordert mich zum überholen auf. Leichter gesagt als getan. Mit den letzten Schwalbe-Reserven quäle ich mich weiter heran. Auf Höhe des LKWs gebe ich der Schwalbe die imaginäre Peitsche und ernte für diese kleine Einlage prompt tosenden Szenenapplaus von der Ladefläche.
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5. Januar 2009
Nachdem die Anderen Khartoum in Richtung Äthiopien verlassen, bleibe ich noch für ein paar Tage alleine auf dem Campingplatz am Nil zurück. Allerdings nicht für lange. Erst kommt Peder auf seinem Fahrrad angeradelt. Der Schwede ist in Stockholm gestartet und will nach China. Da er großer Afrika-Fan ist, hat er in seine Route einen kleinen Schlenker durch Nord-Ost Afrika eingebaut. Er ist nun auf dem Weg nach Djibouti, um von dort nach Jemen zu verschiffen. Peder hat eine Woche vor mir die Fähre aus Ägypten genommen und ist das letzte Stück im Sudan immer nachts gefahren, da es dann meist weniger windig ist. Nur einen Tag später kommt auch Charly auf seinem Rad an. Der Brite muss wirklich gut in Form sein. Auch er ist das letzte Stück in der Nacht gefahren und hat insgesamt nur vier Tage länger gebraucht, als wir mit LKW und Mopeds.
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