slowwaydown.com - Mit dem Moped von Hamburg nach Kapstadt

Malawi

Nachdem ich von Mbeya kommend einen langen und steilen Anstieg im Schneckentempo bewältigt habe, folgt eine lange Abfahrt hinunter zum Malawi-See. Über mehrere Kilometer fliegt die Schwalbe im Leerlauf dem See entgegen. Auf halber Strecke zur Grenze nach Malawi taucht dann der See glitzernd in der Ferne auf. Die Formalitäten auf tansanischer und malawischer Seite sind zügig erledigt und ich stehe schon bald mit dem Moped wartend vor dem Schlagbaum. Aber nichts tut sich. Beamte kommen und gehen, aber niemand macht Anstalten die Fahrt freizugeben. Irgendwann kommt dann einer der Zöllner, um mir zu sagen, dass sie den Schlüssel nicht finden und ich doch einfach auf der anderen Seite des Gebäudes vorbeifahren solle. Also mache ich kehrt und fahre entgegen der Fahrtrichtung an der rechten Seite des Zollbüros vorbei.

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Tansania

Die ersten 120 Kilometer geht es weiterhin über Asphalt, bis ich in Nyakanazi schließlich die Teerstraße verlasse. Von hier aus liegen jetzt 1.000 Kilometer Piste vor mir, davon 50 Kilometer durch einen Nationalpark. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob ich die gesamte Strecke auch fahren kann. In Uganda habe ich einen Engländer getroffen, der die Strecke vor kurzem auf der Ladefläche eines Pick-Ups zurückgelegt hat. Sein Bericht war nicht sehr ermutigend. Er erzählt von viel Schlamm und zeigt mir Bilder auf seiner Digital-Kamera. Die Strecke sieht tatsächlich nicht sehr gut aus – und die Regenzeit fängt hier erst jetzt so langsam an. Viel besorgniserregender finde ich allerdings die zahlreichen Löwen auf seinen Bildern, die er alle auf der Hauptstrecke durch den Katavi-Nationalpark aufgenommen hat. Ich will es trotzdem probieren und notfalls von Kigoma aus über den Lake Tanganyika verschiffen.

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Ruanda

Nachdem ich die Piste verlassen habe und auf der Teerstraße unterwegs bin, merke ich, dass das Moped nicht gut läuft. Es kommt mal wieder nicht so richtig in die Gänge. Da es gestern noch problemlos über die Piste geflogen ist, kann es eigentlich nur an dem Benzin liegen, dass ich in Kisoro getankt habe. Viel unangenehmer als eine schwächelnde Schwalbe ist aber eine flatternde Schwalbe. Nun werde ich auch von dem gefürchteten Lenkerpendeln heimgesucht. Auf das Phänomen des flatternden Lenkers bin ich schon von vielen Schwalbefahrern hingewiesen worden. Bei ungefähr 40 km/h fängt das Vorderrad fürchterlich an zu schwingen und schaukelt das ganze Moped immer weiter auf, bis man die Kontrolle zu verlieren droht. Bisher bin ich glücklicherweise von dem Übel verschont geblieben. Aber jetzt flattert die Schwalbe gewaltig. Mit der Zeit hat man zwar den Bogen raus, den Lenker wieder einigermaßen zu beruhigen, kann aber nie eine Hand vom Lenker nehmen. Sehr unangenehm.

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Uganda – Durch Gorilla-Country

Tororo verlasse ich erst am frühen Nachmittag. Mein nächstes Ziel, die Nilquelle in Jinja, ist nur 140 Kilometer entfernt. So habe ich viel Zeit, um mich ausgiebig von den Plan-Mitarbeitern in Tororo zu verabschieden. Zum Abschluss begleitet mich Milton auf seinem Motorrad noch ein paar Kilometer aus der Stadt. Die Landschaft ist hier nur leicht hügelig und verläuft immer wieder durch dichten Wald. Trotz teilweise starken Verkehrs, sitzen immer wieder ganze Horden von Affen auf der Straße und sonnen sich. Wenn sich Fahrzeuge nähern, ziehen sie sich erst im allerletzten Moment an den Waldrand zurück. Die haben Nerven. Etwa 20 Kilometer vor Jinja erblicke ich dann linker Hand erstmals den Viktoria See. Es ist nur eine kleine Bucht zu sehen und das tatsächliche Ausmaß dieses riesigen Sees ist nur zu erahnen. In Jinja bleibe ich auf der Umgehungsstraße und biege kurz vor dem Nil nach Süden ab. Obwohl sich die eigentliche Quelle des Nil in Jinja befindet, fahre ich acht Kilometer entlang des Stroms zu den „Bujagali Falls“.

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